03.10.2016
3½ Fragen an… Enkelejda Kasneci, GI Junior-Fellow und Juniorprofessorin an der Universität Tübingen


 

Ihr Forschungstraum?
Gemeinsam mit meiner Arbeitsgruppe forsche ich an der Kombination von Methoden des Maschinellen Lernens mit Eye-Tracking-Technologie, um Mechanismen der visuellen Wahrnehmung auf den Grund zu gehen und einen Mehrwert für verschiedene Anwendungen in Forschung und Industrie zu generieren.
Im Bereich der Eye-Tracking-Technologie verzeichnen wir aktuell zwei sehr wichtige Entwicklungen. Zum einen wird Eye-Tracking durch den Einsatz neuer Kameratechnologie in Verbindung mit fortgeschrittenen Analysemethoden in Richtung sogenannter "Wearable Devices" weiterentwickelt; hierdurch kann Eye-Tracking unseren Alltag durchdringen und somit neue Interaktionsmöglichkeiten erschaffen. Zum anderen wird die Technologie jetzt schon mit VR-Brillen kombiniert, wodurch nicht nur Optimierungen der VR Technologie möglich sind (z.B. Foveated Rendering oder Vermeidung der VR-bedingten Übelkeit). Darüber hinaus erlaubt diese Kombination die Entwicklung und Erprobung neuer Therapiekonzepte unter kontrollierten Versuchsbedingungen, die aber zugleich die individuellen Blickbewegungen und die visuellen Sucheigenschaften einer Person berücksichtigen.
Meine Vision ist die der personalisierten und assistiven Lösungen auf Basis der Blickbewegungsanalyse, die unseren Alltag erleichtern.

Was muss sich an der Universität/ in der Politik ändern?
Obwohl der Anteil weiblicher Studierenden in den MINT-Studiengängen in den letzten Jahren gestiegen ist, ist der Anteil der Professorinnen nach wie vor gering. Hier wünsche ich mir mehr Unterstützungsmaßnahmen für Nachwuchswissenschaftlerinnen. Insbesondere stellt die Vereinbarkeit von wissenschaftlicher Tätigkeit und Familie für junge Wissenschaftlerinnen nach wie vor eine Herausforderung dar.

Lektüre muss sein. Welche?
Früher habe ich sehr viel klassische Literatur gelesen. Mittlerweile interessiere ich mich sehr für Sachbücher und Biographien. Z.B. finde ich die Biographie von Marie Curie sehr inspirierend. Auch ist die von Walter Isaacson verfasste Biographie von Steve Jobs aus meiner Sicht ein Muss für alle Gründer und Technikbegeisterten.

Und sonst so?
Ich setzte mich für pragmatische Lösungen ein, um die Position der Frau in unserer Gesellschaft zu verbessern. Hierfür habe ich vor Kurzem das Karrierenetzwerk LeadersLikeHer (www.leaderslikeher.net) gegründet, ein soziales Netzwerk, das den Austausch zwischen hochqualifizierten und zielorientierten Frauen und ihre gegenseitige Unterstützung vereinfacht und fördert.


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